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(Endlich) aus für Lottospielgemeinschaften? Nicht einmal 50% der Kundenzahlungen wurden tatsächlich für den Erwerb von Lottoscheinen eingesetzt!

Der österreichische Verwaltungsgerichtshof hatte vor kurzem erneut die Frage zu entscheiden, ob bei Lottospielgemeinschaften der gesamte Monatsbeitrag des Kunden umsatzsteuerpflichtig ist oder ob die darin enthaltenen Zahlungen für die eigentlichen Spielgebühren bei Lotto 6 aus 45 sowie Euromillionen als durchlaufende Posten im Sinne des Umsatzsteuergesetzes aus der Bemessungsrundlage herausgerechnet werden können.

Dabei hat das Höchstgericht bestätigt, dass kein durchlaufender Posten im Sinne des Umsatzsteuergesetzes vorliegt, wenn dem Kunden die exakte Höhe jenes Betrages aus seinen laufenden Zahlungen, der an die Lotteriegesellschaft als Entgelt für Lotto-Tipps gezahlt wird, nicht bekannt ist. Es steht der Annahme eines durchlaufenden Postens auch entgegen, dass kein einzelner Tipp oder Lottoschein (und damit Wettvertrag mit der Lottogesellschaft) direkt einem einzelnen Kunden zuordenbar ist.

In der Begründung der Entscheidung kommen ungeheuerliche Fakten ans Tageslicht: Nicht einmal die Hälfte des laufend vom einzelnen Kunden überwiesenen Betrages wurde hier tatsächlich für den Erwerb von Lottoscheinen der Lottogesellschaft eingesetzt. Der Rest entfällt auf Spesen und Gebühren der Betreiberin der Lottospielgemeinschaft.

Diese erneute Entscheidung ist aus meiner Sicht sehr erfreulich und könnte den bestehenden Lottospielgemeinschaften endlich das verdiente Ende bereiten. Die Betreiberfirmen keilen ihre Kunden teils extrem aggressiv über Telefonmarketing, ohne klar zu erläutern, wie hoch der Anteil der Betreiberfirma eigentlich ist.

Welcher Kunde wird weiterhin bereit sein, monatliche Zahlungen an  eine Lottospielgemeinschaft zu leisten, wenn ihm klar ist, dass hinkünftig noch weniger seiner Zahlungen tatsächlich in Lotto-Tipps investiert werden wird?

Zum Volltext der Entscheidung VwGH 24. 10. 2013, 2011/15/0053

Mag. Dr. Gerwin Kürzl, Fiduzia Steuerberatung

 

 

 

Muster Fahrtenbuch

Reisekosten sind ein wesentlicher Schwerpunkt jeder Lohnabgabenprüfung. Nicht selten führen die Feststellungen des Finanzamtes bzw. der  Gebietskrankenkasse die geprüften Unternehmen an den Rand des wirtschaftlichen Untergangs.

Muster Fahrtenbuch

Dabei ist insbesonders zu beachten:

  1. Die Fahrtroute ist genau anzugeben, wenn nicht der kürzeste Weg gewählt wird (Routenplaner).
  2. Erfolgen an einem Tag mehrere Berufs- und/oder Privatfahrten, ist jeweils der Kilometerstand nach jeder Fahrt anzugeben.

Wenn Sie (oder ihre Mitarbeiter) den ganzen Tag beruflich unterwegs sind, genügt es also nicht, den Abfahrtszeitpunkt in der Früh als Anfangspunkt und bei Heimkehr den Endpunkt anzugeben. Jeder einzelne Termin erfordert einen eigenen Eintrag!

Für die Geltendmachung steuer- und sozialversicherungsfreier Kilometergelder und Reisekosten ist die Beachtung schwieriger Bestimmungen notwendig, die jeweils im Detail abgeklärt werden müssen.

Mein Tipp: Unterschätzen Sie die  möglichen Folgen fehlender oder fehlerhafter Aufzeichnungen zu Kilometergeldern und Reisekosten nicht.  Bei Zweifeln oder Fragen wenden Sie sich gerne an uns!

Mag, Dr. Gerwin Kürzl, Fiduzia Steuerberatung