Archiv der Kategorie: Steuer-News

Registrierkassen: Jetzt wird’s wirklich ernst…..

Die Registrierkassensicherheits­verordnung (RKSV) tritt mit 1. 4. 2017 in Kraft, noch sind aber viele Kassen nicht – wie vorgesehen – mit der technischen Sicherheitseinrichtung ausgestattet. Die Finanzverwerwaltung gewährt keine Verlängerung bei den Fristen mehr!

Jeder betroffene Unternehmer (mit mehr als € 15.000 Jahresumsatz, davon mehr als € 7.5000,- bar) muss sofort klären, ob für die vorhandene Kassensoftware ein Update möglich oder nötig ist. Falls ein derartiges Update nicht bis 1. 4. 2017 durchgeführt werden kann, drohen Geldstrafen bis zu 5.000 Euro.
Bei einer Vielzahl von Unternehmen wird es sich trotzdem nicht mehr ausgehen. Laut Auskunft des Finanzministeriums werden aber keine Strafen verhängt, wenn die Säumnis nicht in der Sphäre des Unternehmens liegt  (bei Beauftragung des Kassenherstellers vor dem 15.3.2017) und die restlichen Vorschriften – wie etwa die Kassenrichtlinie, Einzelaufzeichnungspflicht und Belegerteilungspflicht – eingehalten werden

Aus diesem Grund ist eine umfassende Dokumentation, die eine etwaige Verzögerung erklärt, sinnvoll. Eine solche sollte auch vom Kassenlieferanten bestätigt werden.

 

aws KMU-Investitionszuwachsprämie Infos wurden veröffentlicht

Nach langem Warten wurden nunmehr auf der Homepage der aws die Richtlinien für die KMU-Investitionszuwachsprämie veröffentlicht. Dabei gibt es deutliche Unterschiede zur ausgelaufenen Investitionszuwachsprämie. Anträge können ab sofort gestellt werden. Die Details finden Sie hier.

Was wird gefördert?

Materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen in das abnutzbare Anlagevermögen, die in einer Betriebsstätte in Österreich realisiert werden und die z. B. eine Errichtung/ Erweiterung der Betriebsstätte, eine Diversifizierung der Produkte/Dienstleistungen oder eine Änderung des Produktionsprozesses zum Inhalt haben, und die bei Kleinst- und Kleinunternehmen zumindest um EUR 50.000,00 (Investitionszuwachs) und bei Mittleren Unternehmen zumindest im EUR 100.000,00 höher liegen als der Wert der durchschnittlichen aktivierten Anschaffungs- und Herstellungskosten der letzten drei Geschäftsjahre (spätestens neun Monate nach Bilanzstichtag ist der aktuellste Jahresabschluss heranzuziehen).
Förderbare Kosten:

Materielle aktivierungspflichtige Neuinvestitionen Art und Umfang der Förderung Der Zuschuss beträgt im Einzelfall für Kleinst- und Kleinunternehmen bis zu 15 % des Investitionszuwachses von zumindest EUR 50.000,00 bis zu EUR 450.000,00 und für Mittlere Unternehmen bis zu 10 % des Investitionszuwachses von zumindest EUR 100.000,00 bis zu EUR 750.000,00.

Die Auszahlung des Zuschusses erfolgt als Einmalbetrag.
Nicht förderbare Kosten:
— Kosten bzw. Rechnungen sowie deren Bestellung, die vor Antragstellung entstanden sind oder gelegt wurden
— leasingfinanzierte und gebrauchte Wirtschaftsgüter (einschließlich Vorführgeräten und -maschinen)
— Ankauf von Fahrzeugen (sowie deren Zubehör), die auch Transportzwecken dienen (ausgenommen innerbetriebliche Transportmittel, z. B. Stapler etc.)
— immaterielle Investitionen
— laufende Betriebskosten (Personalkosten, Betriebsmittel und laufende Miet- und Pachtzahlungen)
— Kosten, die nicht in einem Zusammenhang mit einer unternehmerischen Investition stehen (z. B. Privatanteile als Bestandteil der Projektkosten)
— Investitionen, für welche die Finanzierung nicht gesichert ist
— Vergnügungsetablissements, Nachtlokale, Spielkasinos, öffentliche Garagen
— Investitionen von Unternehmen, die unter geschützten Konkurrenzbedingungen tätig sind (z. B. Trafiken)
— Grundstücke
— Finanzanlagen
— Finanzierungskosten und Betriebsabgänge
— aktivierte Eigenleistungen
— Kosten, die aus einem Unternehmenskauf/einer Unternehmensübernahme resultieren (z. B. Firmenwert, Übernahme/Ankauf bereits bestehender Investitionen – „Übernahmekosten“)
— Ankauf von Musik- und Spielautomaten
— Umsatzsteuer
— Projekte mit förderbaren Kosten in Höhe von über EUR 5 Mio.

Aktuelle Zinssätze (ab 1.1.2017)

Wichtige Zinssätze ab 1. 1. 2017

 

Anspruchszinsen (§ 205 Abs 2 BAO) 1,38 %
Beschwerdezinsen für Abgabenschulden (§ 205a BAO) 1,38 %
Stundungszinsen für Abgabenschuldigkeiten (§ 212 Abs 2 BAO) 3,88 %
Aussetzungszinsen (§ 212a Abs 9 BAO) 1,38 %
Verzugszinsen für die Ausgleichstaxe (§ 9 Abs 5 BEinstG) 3,38 %
Zinsen für Forderungen aus Dienstverhältnissen (§ 49a ASGG) 8,58 %

Verzugszinsen für fällige ASVG- und GSVG-Beiträge, die trotz Fälligkeit nicht bis spätestens zum 15. des Folgemonats entrichtet worden sind, ab 1. 1. 2017 deutlich gesenkt und betragen ab diesem Zeitpunkt nur noch 3,38 % (2016: 7,88 %).

Ausgleichstaxe nach dem Behinderteneinstellungsgesetz für 2017

Verordnung des Bundesministers für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz über die Feststellung der Ausgleichstaxe nach dem Behinderteneinstellungsgesetz für das Kalenderjahr 2017

Alle Dienstgeber, die im Bundesgebiet 25 oder mehr Dienstnehmer beschäftigen, sind grundsätzlich verpflichtet, auf je 25 Dienstnehmer mindestens einen begünstigten Behinderten einzustellen. Erfüllt der Dienstgeber diese Beschäftigungspflicht nicht, hat er eine Ausgleichstaxe für das jeweils abgelaufene Kalenderjahr zu entrichten (§ 1 iVm § 9 BEinstG).
Die Höhe der Ausgleichstaxe ist von der Anzahl der beschäftigten Arbeitnehmer abhängig und wird jährlich angepasst.

Im Kalenderjahr 2017 beträgt die Ausgleichstaxe für jeden einzelnen begünstigten Behinderten, der zu beschäftigen wäre,

für Arbeitgeber mit 25 bis 99 Arbeitnehmern monatlich € 253,- (2016: € 251,-),
für Arbeitgeber mit 100 bis 399 Arbeitnehmern monatlich € 355,- (2016: € 352-) und
für Arbeitgeber mit 400 oder mehr Arbeitnehmern monatlich € 377,- (2016: € 374,-).

Sozialversicherungswerte 2017

Die Sozialversicherungswerte für 2017 betragen(in €):

Geringfügigkeitsgrenze täglich entfällt
Geringfügigkeitsgrenze monatlich 425,70
Grenzwert für pauschalierte Dienstgeberabgabe monatlich 638,55
Höchstbeitragsgrundlage täglich 166,00
Höchstbeitragsgrundlage monatlich (laufender Bezug) 4.980,00
Höchstbeitragsgrundlage jährlich für Sonderzahlungen (echte und freie Dienstnehmer) 9.960,00
Höchstbeitragsgrundlage monatlich für freie Dienstnehmer (ohne Sonderzahlungen) 5.810,00

Mit Beginn des Jahres 2017 gehört die tägliche Geringfügigkeitsgrenze der Vergangenheit an. Ab diesem Zeitpunkt ist daher für die Beurteilung, ob ein geringfügiges Beschäftigungsverhältnis vorliegt, nur mehr die monatliche Geringfügigkeitsgrenze heranzuziehen.